Gedenken am Volkstrauertag 2022 in Harle

Bei der Gedenkansprache der Pfarrerin Frau Nebe-Wenderoth zum diesjährigen Volkstrauertag wird der in Europa stattfindende Krieg in der Ukraine in den Mittelpunkt gerückt. Seit nunmehr 9 Monaten tobt ein Krieg, der den Menschen in der Ukraine ihre Freiheit, ihren Lebensraum und ihre Zukunft nimmt. Zahllose militärische wie zivile Opfer sind hier zu beklagen.

Ein Blick zurück in die Geschichte zeigt, dass der Volkstrauertag in Deutschland seit dem Jahr 1922 begangen wird. Er findet seit 1952 immer am Sonntag vor dem Ewigkeitssonntag statt.

Wurde zu Anfang den Toten der Weltkriege gedacht, blickte die Betrachtung in den folgenden Jahrzehnten ebenso auf die Opfer des Nationalsozialismus, Terrorismus und Extremismus, auf die Opfer von Gewaltherrschaft sowie auf die politisch Verfolgten und Vertriebenen. Auch den Menschen, die durch Hass und Gewalt in unseren Tagen ihr Leben lassen mussten, wird gedacht. Dies wird im „Totengedenken“ zum Ausdruck gebracht.

Für den Ortsbeirat hielt Marcel Duve eine Ansprache, die getragen wurde durch persönliche Erlebnisse und Emotionen.

In diesen Tagen finden sich nicht mehr viele Männer, die vom Verlust ihrer Kameraden in den beiden Weltkriegen berichten können.

Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan hingegen ist uns allen noch präsent, auch hier fanden auf ziviler wie auf militärischer Seite zahlreiche Menschen den Tod.

In seiner Rede erinnerte Marcel Duve u. a. an seinen Einsatz in Afghanistan und an nahestehende Kameraden, die dort durch einen Hubschrauberabsturz ihr Leben verloren. Hier wird deutlich, wie nahe man als Soldat am Kriegsgeschehen ist und wie schmerzvoll es ist, Kameraden zu verlieren.

Im Zeichen dieses Gedenkens legten zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Harle einen Kranz am Ehrenmal nieder.

„Ich hatt’ einen Kameraden“, dieses alte Lied, welches an die Kameradschaft unter Soldaten und in anderen Verbänden erinnert, lässt die diesjährige Gedenkstunde ausklingen.

Als Zeichen des Friedens wurde durch die Konfirmanden Samuel Rossbach, Nico Leppert und Evelin Schlöffel eine Eibe gepflanzt. Die Eibe als immergrüne Pflanze galt von alters her als Zeichen der Hoffnung und des Lebens.

Pfarrerin Iris Nebe-Wenderoth, für den Ortsbeirat Harle Thomas Völker, Martina Rose, Björn Bodenhorn (Freiw. Feuerwehr Harle), Marcel Duve und Lothar Fritz nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal
Die Blumenschale am Ehrenmal ist frisch bepflanzt und jederzeit gepflegt.